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Ohne Ärzte, ohne Medikamente, ohne Wärme  – Das Leben in der Nervenheilanstalt Slavyanoserbsk

Die Nervenheilanstalt in Slavyanoserbsky (einer Stadt in der Region Lugansk, seit August im umkämpften Gebiet des Südostens der Ukraine) ist in einer mehr als kritischen Situation. In den vergangenen Monaten wurde diese medizinische Einrichtung von den Ärzten verlassen (die meisten von ihnen sind geflüchtet) und die Versorgung wurde fast gänzlich eingestellt.

Kiew zahlt bereits seit Wochen kein Gehalt und keine Betriebskosten für staatliche Einrichtungen in der ATO-Zone. So auch nicht für diese Einrichtung. Die Patienten wurden auch nicht evakuiert, um ihnen in einer anderen Einrichtung die notwendige Hilfe leisten zu können. Sie wurden quasi sich selbst und somit ihrem Schicksal überlassen.

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Die Folge: eine erhöhte Sterblichkeit. 400 Patienten gab es in der Klinik, in den letzten Wochen starben 52 Menschen, 22 davon allein im November. Todesursachen – Hypothermie und der Mangel an Medikamenten.

Die Pflege und Betreuung der Bewohner haben nun 6 Personen übernommen, die in der nahe gelegenen  Apotheke angestellt waren. Menschen ohne ernsthafte, medizinische Ausbildung kümmern sich nun um die Kranken, so gut es ihnen möglich ist.  Aber es fehlen Medikamente und vor allem Ärzte und Therapeuten, die für die Betreuung der geistig behinderten Menschen dringend notwendig sind. Früher umfasste die Anstalt 180 Mitarbeiter, darunter Ärzte und Fachpersonal.

Einige Patienten sind bettlägerig – sie werden in zahlreiche Decken gehüllt, weil die Heizung schon lange ausgefallen ist.  Andere bewegen sich im Krankenhaus in ihrer Straßenkleidung. Das Essen wird auf einem Feuer im Hof ​​zubereitet.

Quelle russisch: http://lenta.ru/photo/2014/12/04/abandonedukraine/#12

Fotos: Antonio Bronic / Reuters

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