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– Wer wird in Zukunft das nicht vorhanden Geld in der Ukraine verwalten?
– Woher kommen die fehlenden „15 Milliarden“ für die Ukraine?
– Die EU hat heute „leider“ kein (Milliarden) „Bild“ für die Ukraine
– Poroschenkos Traum von der „mächtigsten Armee Europas“
– Komödie á la Poroschenko: „Mein Kampf gegen die Oligarchen!“
– Jazenjuk muss um seine Ohren bangen, aber wenn es nur das wäre!

Die Fragen aller Fragen wartet derzeit in Kiew auf eine Antwort:
„Wer wird der zukünftige Chef der NBU (Nationalbank der Ukraine)?“

Hoch im Kurs steht vor allem der Milliardär George Soros. Dies wurde von einer „sicheren“ Quelle -die Herrn Poroschenko nahe steht- dem ukrainischen TV-Nachrichtensender „Kanal112“ zugetragen.

Laut dieser Quelle gibt es noch einen weiteren Anwärter, der neben Soros gute Chancen auf den Posten bei der NBU hätte, der „erfolgreiche“ Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Aber damit die Spannung nicht unerträglich wird, kann man davon ausgehen, dass der neue Leiter der NBU bereits in Kürze bekannt gegeben wird.


Juli 2013. Interview des Ex-Chefs von IWF und französischen Ex-Wirtschaftsministers Dominique Strauss-Kahn für russischen Staatssender „Rossija24“.

Der aktuelle Leiter der NBU, Valery Gontareva, der diese Position seit Juni 2014 inne hat, bat -laut Medienberichten- immer wieder darum, vom Posten des Leiters der NBU zurück treten zu dürfen.  Eine schwere Aufgabe hat er aber vor seinem Rücktritt noch zu erfüllen. Gestern wurde im parlamentarischen Ausschuss für Finanzpolitik und Banken beschlossen, dass die Nationbank dringend einen neuen Bericht zur aktuellen Lage der Finanzsituation des Landes vorlegen muss.

Woher kommen die fehlenden „15 Milliarden“ für die Ukraine?

Das ist eine gute Frage! Denn zuerst ging man ja angeblich von nur 17 Milliarden Euro aus, die man der Ukraine zukommen lassen muss, damit sie sich „stabilisieren könne“. Aber nachdem der IWF im Dezember ein weiteres Mal in Kiew war, fanden sie auf einmal, „ganz unerwartet,“ noch ein Finanzloch von 15 Milliarden Euro, welches nun dringen gestopft werden müsse, (natürlich nur) falls man die Ukraine retten möchte!

Also… erstmal muss ich sagen „was für eine Lüge“! Denn, man kann ja von Janukowitsch denken was man will, aber er hat bereits im  November 2013   von   20 Milliarden geredet, die die Ukraine sofort bräuchte. Wie gesagt, das war 2013! Außerdem sprach er damals davon, dass die Ukraine INSGESAMT 160 Milliarden Euro braucht, um überhaupt an europäische Standards anschließen zu können!

Es ist also nicht neu, auch nicht hier in unserer Medienlandschaft, denn unsere Medien haben sich sofort auf diese Aussagen gestürzt und sie wie folgt kommentiert:

Die Welt vom 12.Dezember 2013 

Seit geraumer Zeit versucht Präsident Viktor Janukowitsch, die finanzielle Misere dadurch zu lindern, dass er sich nach neuen Geldgebern umschaut, die töricht genug sind, auf seine Mogeleien hereinzufallen. Hülfe Brüssel dem Land mit 20 Milliarden Euro aus, würde Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union vielleicht doch noch unterschreiben, sagt er. Die Forderung ist kühn. Sie gleicht der Frechheit eines Mannes, der einen Porsche geschenkt bekommt, ihn aber nur annehmen will, wenn man ihm dazu noch eine Villa baut. Überwiese die EU der Ukraine 20 Milliarden Euro, erschallte aus Kiew in kürzester Zeit ein weiterer Ruf nach Barem. Auf Viktor

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November 2013 – Focus

Was Janukowitsch aber auch sagte, – und ich gehe davon aus, dass das jedem Politiker der mit dieser Problematik zu tun hat, bekannt ist –  ist gerade in Anbetracht dessen, was die „Verbesserer der Ukraine“ in einem Jahr alles angerichtet haben, mehr als bedeutungsvoll.

Der Focus schreibt am 07.November 2013

Präsident Janukowytsch zufolge könnte die Ukraine die Rolle eines „zivilisationsverbindenden Portals“ für die euroatlantischen Staaten (USA und die EU) und Eurasien (vor allem Russland und China) spielen. Seinem Staatsführer zufolge ist es das Ziel der Ukraine, Partnerschaften sowohl mit der EU als auch mit der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EEC) zu pflegen und die wirtschaftlichen Aktivitäten in beiden Vereinigungen weiter zu harmonisieren. Partnerschaften dieser Art würden auf „Souveränität, Gleichheit und gegenseitigem Nutzen“ basieren, betonte er.

Ich denke, dass spricht für sich selbst. Damals machte sich die westliche Welt übrigens auch noch „ernsthafte“ Sorgen um die armen Ukrainer und drohte mit heftigen Reaktionen auf jegliche Gewaltanwendung der ukrainischen Regierung gegenüber „friedlicher“ Demonstranten! Da tönte es laut in allen Medien: „jegliche“ Gewalt muss mit Sanktionen bestraft werden!“  Der folgende Krieg der „Freiheitskämpfer der neuen Regierung“ gegen die eigene Zivilbevölkerung, der tausende Opfer brachte, war dann offensichtlich keine Rede mehr Wert, oder konnte die westliche Welt die Gewalt nur nicht erkennen?

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Schauen wir uns doch die aktuelle Situation in der Ukraine an. Es fehlt Geld an allen Ecken, die Verarmung des Landes droht mit rasanter Geschwindigkeit fortzuschreiten. Und während sich die Oligarchen des Landes den verbliebenen Rest aufteilen, legt man die geforderten IWF-Reformpakete artig auf das bereits verarmte Volk um. Das nämlich war das Manko des Herrn Janukowitsch, er war nicht gewillt, für Gelder aus den Töpfen der EU oder des IWF, aufgezwungene Reformpakete den Menschen seines Landes überzustülpen. Mit Sicherheit gehört er nicht zu den Samaritern, aber er wusste wahrscheinlich sehr gut, was der Ukraine in letzter Konsequenz bevorsteht, wenn sie Europa und Amerika die Hand reichen.

Mittlerweile kostet das Assoziierungsabkommen also keine 20 Milliarden mehr, wie von Janukowitsch gefordert hat, sondern derzeit ist der Stand bei sage und schreibe, „32 Milliarden“ (17 + 15 Milliarden)! Aber wir können davon ausgehen, das ist nur der Anfang!

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Hätte man also die geforderten 20 Milliarden dem damaligen „rechtmäßig-gewählten“ Präsidenten Janukowitsch gegeben, hätte man vielleicht keine 12 Milliarden gespart, denn man kann davon ausgehen das auch da weitaus mehr Gelder nötig gewesen wären. Aber man hätte über 30.000 Menschen in der Ukraine das Leben gerettet (so viele Leben hat der Krieg im Südosten bereits „mindestens“ gekostet) dazu kommen über 70.000 Verletzte, die es nicht gegeben hätte.

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Es wäre auch nicht die „wichtigste“ Wirtschaftsregion der Ukraine in Schutt und Asche gelegt worden, die Krim wäre immer noch ein Teil der Ukraine und die Menschen würden nicht an der Schwelle der totalen Verarmung stehen. Denn das ist es was jetzt kommt. Der „soziale Holodomor“ wartet auf die Ukraine. Damit können sie in Zukunft wenigstens von einem „wahrhaft“ stattgefunden Holodomor in den Geschichtsbüchern berichten!

Die EU hat heute „leider“ kein „(Milliarden-)Bild“ für die Ukraine

Denn es gibt mehr als schlechte Nachrichten für die Ukraine! Die EU hat KEINE 15 Milliarden für die Ukraine“ Dies wurde auf der Plenartagung des Europäischen Parlaments in Straßburg, vom Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker angekündigt, jetzt sollen die einzelnen Länder einspringen, aber die haben alle gute Erklärungen dafür, derzeit kein Geld übrig zu haben.

Auch Deutschland reagierte prompt

Die Bundesregierung dämpfte Erwartungen auf einen raschen Nachschlag. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr eine Geberkonferenz für die Ukraine organisieren wolle. „Generell besteht – nicht in Europa und auch nicht Berlin – kein Zweifel daran, dass die EU die Ukraine weiter unterstützen wird bei ihren Bemühungen, sich wirtschaftlich zu stabilisieren.“ Deutschland sei schon jetzt einer der größten Geber für das Land. „Für uns ist das IWF-Programm der Rahmen und Bezugspunkt.“ Es sei verfrüht, über Finanzlücken oder -beiträge zu sprechen.

Poroschenkos Traum von der „mächtigsten Armee Europas“

Nun gut, das ist wohl auch durchaus verständlich, denn es ist an der Zeit am „politischen Geist“ der derzeitigen Führung der Ukraine zu zweifeln. Wenn man kurz vorm totalen Staatsbankrott steht, ist die „Gründung der mächtigsten Armee Europas“ vielleicht nicht das Erste, was es als Ziel zu erreichen gilt!

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Aber Poroschenko hat noch mehr versprochen. Ganz aktuell sagte er in einem Interview mit der „Gazeta Wyborza“:

„Ich garantiere, dass die Oligarchen nie wieder einen Einfluss auf die ukrainischen Behörden habe werden, ich werde alles dafür tun. Sollte jemand versuchen, sich in die Politik einzumischen um seine Kontakte zur „Selbstbereicherung“ zu nutzen, werden wir Entschlossenheit zeigen! Für solche Aktionen gibt es in der Welt einen eindeutigen Namen – Korruption!“

Ahhhhjaaa, das glauben wir natürlich sofort!!!  Allerdings versicherte er freundlicherweise, dass  die Unternehmensführer ein mehr als  positives Investitionsklima in der Ukraine, im Falle der Einhaltung aller Rechtsvorschriften, erwarten können! Na dann, muss man sich ja keine Sorgen machen, oder?

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…oh doch, denn Jazenjuk muss um seine Ohren bangen 😦

Denn jetzt sind die Freunde von damals überhaupt keine Freunde mehr. Also diejenigen, die den leckeren Tee auf dem Maidan bekommen haben und sich für die Opposition des Landes ins Feuer warfen, finden das jetzt gar nicht mehr lustig, was dort in der Rada so passiert. Was jetzt nicht bedeuten soll, dass sie auf einmal zu friedlichen Bürgern mutiert sind, die erkannt haben, dass sie selber gehörig dazu beigetragen haben, dass ihnen jetzt über Stunden am Tag, Strom und Heizung abgedreht wird.

Nein, das haben sie mit Sicherheit noch nicht, aber dennoch haben sie „die Ziele“ des Maidans nicht aus den Augen verloren, wie sie selber behaupten! Hmm.. welche waren das gleich nochmal? Naja, egal.. zumindest versammelten sich einige von diesen ‚Nichtvergessern“ heute mit Fahnen und Banner vorm Ministerkabinett. Sie forderten ein Ende der bürokratischen Willkür in Kiew, sowie Lustration des Innenministeriums (dabei musste Kiew heute gerade eingestehen, dass die Lustration im Land fehlgeschlagen ist, weil die meisten Behörden darauf keine Lust hatten und einfach nicht mitmachten aber vielleicht klappt es ja in den eigenen Reihen viel besser) und höhere Löhne wollen sie natürlich auch. Die Demo wurde von Mitgliedern der Organisation „Verteidigung des Maidan“ organisiert.

Einer der Aktivisten fand klare Worte für Jazenjuk! Er sagte, dass man die Ohren des Premierminister der Ukraine abschneiden wird, wenn er nicht auf die Menschen des Landes hören will. Ohh.. das ist aber nicht nett!528

Irgendwie hat Herr Jazenjuk zur Zeit auch kein Glück. Im Europaparlament wollte selbst sein Gebrüll: „wir brauchen dringend finanzielle Unterstützung und das bereits gestern“ niemand vernehmen. Man ließ ihn einfach, ohne direkte Zusicherung von weiteren Hilfsgeldern, wieder nach Kiew fahren und lud den Präsidenten der Ukraine, vom EU-Gipfel 18.-19. Dezember vorsichtshalber wieder aus  (oder gar nicht erst richtig ein).

Und es kommt noch schlimmer, denn auf einmal spricht man auch überhaupt nicht mehr so gerne von einer „Geberkonferenz“, die bezüglich der Ukraine geplant war. Vielmehr erklärt Johannes Hahn jetzt, dass diese Bezeichnung nur „ein Versehen“ gewesen wäre, denn immerhin muss man über Investitionen und nicht über Spenden reden! Ja genau, wer will sich schon was schenken lassen, wenn er am Boden zerstört ist?

Ob Kiew und der Rest des Landes jetzt langsam verstehen, dass es bei der „kameradschaftlichen“ Putsch-Revolution-Unterstützung dann doch so überhaupt nicht um die Rettung ihres Landes ging, oder ob man ihnen das immer noch als „freundschaftliche EU-Beitritts-(mal-sehen)Einladung“ verkaufen kann?

Zumindest sieht es -von hier- so aus, als wenn Europa langsam müde auf die Ukraine wird! Und dazu kommt noch, dass in der Ukraine im wahrsten Sinne des Wortes, jetzt schon nach und nach das Licht ausgeht. Das Energieproblem ist noch lange nicht gelöst, im Gegenteil. Derzeit brennen im ganzen Land immer wieder die Transformatoren in den Umspannwerken. Strom für viele Haushalte gibt es maximal 7-10 Stunden am Tag und es ist weit und breit keine Lösung in Sicht!


Video – 16.12.2014 Poltawa

..na wenn da nicht am Ende doch wieder Russland helfen muss.

Apropo Russland

Es ist schon erstaunlich, wie gelassen russische Regierungskreise auf die massive Rubel-Abwertung Anfang dieser Woche reagierten.  Üben sich nun offizielle russische Stellen in Zweckoptimismus, oder wurde der Rubel-Crash möglicherweise absichtlich zugelassen wenn nicht sogar herbeigeführt? HIER wird darüber nachgedacht.

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